Getreide in der Naturheilkunde |
Heilkräfte im Roggen:
Aus ländlichen Gegenden gibt es Empfehlungen für Roggen
als Heilmittel, die man als Notmaßnahme durchaus ausprobieren kann. Derartige
Anwendungen aus der Volksmedizin bieten oft positive Überraschungen.
Roggenkleie wird für Umschläge bei Geschwüren empfohlen: Roggenmehl auf
mildem Feuer mit Honig steif gerührt, über Nacht auf das Geschwür gelegt,
soll auch bei entzündeten Insektenstichen helfen.
Bei Verstauchungen soll Roggenbrotrinde, in Weinessig eingeweicht und auf
das Gelenk aufgelegt, den Schmerz lindern und Komplikationen verhindern.
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Heilkräfte im Weizen:
Beim Aussieben von frisch gemahlenem Vollmehl bleiben kleine Teilchen der
Randschichten im Sieb zurück.Diese als Weizenkleie bezeichneten Flöckchen
werden vor allem zur Anregung der Darmfunktion dem Essen (besonders Müsli
und Joghurt) beigegeben. Daneben hat sie noch eine sättigende Wirkung und
kann daher zur Erleichterung des Abnehmens dienen.
Auch bei äußerlicher Anwendung kommt die beruhigende und harmonisierende
Wirkung des Weizens zur Geltung: Kleiebäder helfen bei vielerlei Ekzemen,
Kleiepackungen bewirken eine schonende Reinigung der Haut bei Akne, indem
sie Mitesser aufweichen.
In Form von Umschlägen kann Kleie bei Nerven - und Zahnschmerzen und auch
bei Entzündungen und rheumatischen Schmerzen lindernd wirken. In der
Hildegard Medizin setzt man Weizenkörner gegen Kreuzschmerzen ein: "Wer
Rücken- und Lendenschmerzen hat, lege in Wasser gekochte Weizenkörner warm
über die schmerzende Stelle und des Weizens Wärme wird die Macht dieses
Siechtums brechen".
Auch in der Naturkosmetik hat Weizen seine Bedeutung. Insbesondere die
Weizenkeime eignen sich hervorragend als wohlschmeckendes Gesundheits- und
Schönheitsfrühstück. Sie enthalten zahlreiche Vitamine, vor allem die
wichtigen B-Vitamine, dazu Vitamin E, das Schönheitsvitamin per excellence.
Man nennt Vitamin E auch das Fruchtbarkeitsvitamin. Versuche haben gezeigt,
dass Versuchstiere unfruchtbar blieben oder eine Schwangerschaft nicht
austragen konnten, wenn ihnen Vitamin E entzogen wurde. Im Allgemeinen dient
Vitamin E der Regeneration und Vitalisierung, vertreibt Müdigkeit und sorgt
für eine klare Haut.
Weizenkeimöl, - das goldgelbe, angenehm nach Getreide duftende Öl, wird aus
den Weizenkeimen durch Kaltpressung gewonnen. In der Kosmetik zählt es zu
den hochwertigsten Ölen, was auf eine Vielzahl guter Inhaltsstoffe
zurückzuführen ist: Phytosterin, Lezithin und größere Mengen Vitamine, vor
allem Vitamin E und F. Das wirkstoffreiche Weizenkeimöl ist besonders zur
Verwendung in heilenden und glättenden Hautpflegemitteln prädestiniert.
Eine Sonderstellung nimmt eine dem Weizen nahegestellte Sorte ein - der
Dinkel. Eigentlich ist Dinkel eine Kreuzung von einem Weizen aus der
Verwandtschaft von Immer (Triticum dicoccon) , Rauhweizen (Triticum turgidum)
und dem Gras Aegilops squarrosa hervorgegangen. Die Hl. Hildegard v. Bingen
schreibt : "Dinkel ist das beste Korn. Ist warm, fett, kraftvoll und
lieblicher denn alle anderen Getreide. Es macht seinem Esser rechtes Fleisch
und rechtes Blut, frohen Sinn und freudig menschliches Denken. Wie immer
gegessen, ob als Brot oder sonst wie verkocht, Spelt ist gut und lind ....
und wenn einer so krank ist, das er vor Krankheit nicht essen kann, dann
nimm die ganzen Körner des Dinkels und koche sie in Wasser, unter Beigabe von
Fett oder Eidotter, so dass man ihn, wegen des besseren Geschmackes lieber
essen kann, und gib das dem Kranken zu essen, und es heilt ihn innerlich wie
eine gute Salbe."
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Heilkräfte im Hafer:
Vor allem bei Kindern und alten Menschen wirkt Hafer
aufbauend und kräftigend in der Rekonvaleszenz nach Krankheiten.
Durch den hohen Fluorgehalt bietet Hafer Schutz gegen Karies.
In der Homöopathie gibt es eine Hafertinktur. Sie wird eingesetzt bei
Erschöpfung durch geistige Überarbeitung, bei Schlaflosigkeit und
Appetitmangel. Eine besondere Anwendung dieser Tinktur stellt die
Unterstützung bei der Nikotinentwöhnung dar.
Neben dem Korn wird auch das Haferstroh als Heilmittel verwendet. Es gibt
Haferstrohtropfen gegen Nervosität und Schlaflosigkeit. Haferstrohvollbäder
nimmt man bei Gicht und rheumatischen Erkrankungen, Sitzbäder werden bei
Darmkoliken und Blasenleiden empfohlen. Frostbeulen und erfrorene Glieder
können mit Haferstrohabkochungen behandelt werden.
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Heilkräfte in der Gerste:
Beim Kochen entwickelt sich der heilsame Gerstenschleim.
Schon Hippokrates verwendete ihn in Form der " Ptisane" oder "
Gerstenptisane".
Auch in der Heilmittellehre der Hl. Hildegard v. Bingen wird er erwähnt. Der
Gerstenschleim wirkt beruhigend bei akuten Reizungen von Magen und Darm und
soll noch besser wirken als der bekanntere Haferschleim.
Der Kieselgehalt wirkt zusätzlich heilend bei Schleimhautdefekten, sodass
auch bei schweren Entzündungen Erfolge erzielt werden können. Zudem bewirkt
er eine Umstimmung der Darmflora. Handelt es sich um Verdauungsschwäche,
können dem Gerstenschleim Kräuter und Säfte beigefügt werden. Dient er der
Kräftigung, gibt man ihn mit Milch und Rahm. Der Schleim macht alle
Nahrungsmittel verträglicher.
Barleywater: 50 g Gerstenkörner werden in zwei Liter Wasser eineinhalb
Stunden gekocht, die Körner abgeseiht und der Saft einer Zitrone und ein
Esslöffel Honig hinzugefügt. Das erfrischende Getränk kann heiß oder kalt
getrunken werden und wirkt auch unterstützend bei allen Hauterkrankungen.
Gerstenabkochungen helfen bei Bronchitis, Gerstenumschläge gegen Entzündungen.
Hildegard v. Bingens Ratschläge für die Schönheit sind dünn gesät. Eines
davon ist das Gerstenbad. Wäscht man sich das Gesicht oft mit Gerstenwasser,
so enthält man eine witterungsunempfindliche, kräftige, schöne und gesunde
Haut. Die Volksmedizin empfiehlt Gerstenmalzbäder bei Hautflechten von Kindern.
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Heilkräfte der Hirse
Über die Ernährung aktiviert Hirse den Kieselhaushalt im Organismus.
Heilsam wirkt sie auf raue Haut, brüchige Fingernägel und sprödes Haar. Auch
auf die Sehkraft wirkt sich eine Hirsediät positiv aus. Ähnlich wie beim
Hafer ist der Fluorgehalt hoch, sodass beide Getreide wertvoll sind für die
Vorbeugung gegen Karies - sicher unbedenklicher und sinnvoller als
Fluorzugaben bei Lebensmitteln und Trinkwasser. Hirse wärmt von innen her
und aktiviert den trägen Stoffwechsel. Bei Erkrankungen von Haut und
Sinnesorganen und zur allgemeinen Erwärmung des Organismus wird die
Einhaltung einer Hirsediät für längere Zeit empfohlen.
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Heilkräfte im Mais:
Der Maisbart, auch Maisgriffel genannt, wird vor der Befruchtung
abgeschnitten und rasch im Schatten getrocknet. Er wirkt harntreibend und
entschlackend, daher unterstützt er beim Abnehmen. Bei Nierenerkrankungen,
Blasenkatarrh, Gicht und Rheuma wird er ebenso eingesetzt wie bei Bettnässen.
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Heilkräfte im Reis:
Im Reiskorn ist das Eiweiß anders gebunden und verteilt als bei anderen
Getreidekörnern. Bei diesen konzentriert sich das sogenannte Klebeeiweiß
meist in den Randschichten, die leicht mechanisch beseitigt werden können.
Dadurch wird Eiweiß und Stärke voneinander getrennt. Beim Reiskorn ist das
Eiweiß mit der Stärke so verbunden, dass sie nicht mechanisch getrennt
werden können.
Reisschleim, der relativ wenig Eiweiß und Stärke enthält, wird vor allem in
den ersten Säuglingsmonaten bei Austrocknungs- und Abmagerungserscheinungen
als Heilnahrung eingesetzt. Auch Erwachsenen gibt man ihn bei diarrhöischen
Zuständen mit Erfolg.
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DAS TAO |
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Die primäre Aufgabe eines chinesischen Arztes war es, die Gesundheit seiner
Patienten zu erhalten, - und erst an zweiter Stelle zu heilen. Denn starb der
Patient, wurde der Arzt nicht bezahlt!
Die traditionelle chinesische Medizin ist eine über tausend Jahre alte
"Erfahrungsmedizin" und aus dieser sind die 5 Elemente der
Ernährungslehre entstanden.
Der Chinese meint:" Wenn wir unseren Körper vernachlässigen, wo sollen
wir dann wohnen?"
Die 5-Elementelehre entstand im alten taoistischen China.
TAO heißt „der Weg“. Der Weg ist das Ziel. Den Weg gehen und weise werden,
um letztendlich eins zu werden mit dem allumfassenden Universum. Aber um
diesen Weg recht lange gehen zu können, hat man versucht den Körper möglichst
lange gesund zu erhalten und damit sehr alt und sehr weise zu werden.
Eine der Haupterkenntnisse war die Tatsache, dass jeder Mensch ein
einzigartiges Individium ist und auch als solches behandelt werden sollte:
KEINER IST WIE DER ANDERE! Gleiches Krankheitssymptom heißt nicht unbedingt
gleiche Ursache. Deshalb ist nicht für alle das Gleiche gut.
Der Kreis (Whu Shi) symbolisiert alles und nichts: das Universum. Hier
entstehen Leben und Tod - ein ständiges Spiel von Werden und Vergehen
symbolisiert durch zwei sich ergänzenden Kräfte: Das passive Yin- und das
aktive Yangsymbol. Ein ewig sich selbst erneuerndes Ganzes. Wird die Balance
zwischen diesen Kräften gestört, entstehen Krankheiten. Die Chinesisches
Medizin spricht von 5 Elementen, denen alles im Universum zugeordnet werden
kann, auch die Lebensmitteln. Diesen Kreis beim Kochen ungebrochen zu lassen
ist das Ziel, denn nur wenn der Zyklus eingehalten wird ladet sich das Essen
energetisch auf. Qi (spricht Tshi) fließt, Harmonie zum Wohle der Gesundheit
entsteht.
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Zugeordnet dem Element Holz: Dinkel, Grünkern, Weizen und Sauerteigbrot
Zugeordnet dem Element Feuer: Roggen
Zugeordnet dem Element Erde: Gerste, Hirse, Hefebrot, Mais, Sago, Süßreis
Zugeordnet dem Element Metall: Hafer
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